Neue Anforderungen treffen auf alte Systeme
Besonders deutlich wurde das für mich in einem Projekt rund um ein B2B2C-Vergleichsportal für Finanzierungs- und Leasingprodukte. Dort sollte ein bestehender Leasingbereich modernisiert und funktional erweitert werden.
Die Anforderung klang zunächst überschaubar: Prozesse verbessern, Oberfläche modernisieren und neue Funktionen ergänzen. Unter der Oberfläche zeigte sich jedoch schnell, dass die eigentliche Herausforderung deutlich tiefer lag. Die Anwendung war bereits viele Jahre zuvor aus einem anderen System hervorgegangen und über lange Zeit erweitert worden. Neue Funktionen griffen an vielen Stellen ineinander, kleine Änderungen hatten oft Auswirkungen auf andere Bereiche.
Bevor überhaupt an die eigentliche fachliche Erweiterung gedacht werden konnte, musste zunächst die schrittweise Modernisierung und Ablösung der bestehenden Anwendung vorbereitet werden. Ein großer Teil der Arbeit bestand also darin, wieder eine technische Grundlage zu schaffen, auf der zukünftige Weiterentwicklung sinnvoll möglich war.
Gerade in der Mobility- und Finanzbranche ist das kein ungewöhnliches Szenario. Der Wunsch, neue Produkte und Funktionen schnell auf den Markt zu bringen, ist absolut nachvollziehbar. Gleichzeitig wächst mit jeder kurzfristigen Erweiterung häufig auch die technische Komplexität im Hintergrund. Sichtbar wird das meist erst dann, wenn selbst kleinere Änderungen plötzlich deutlich mehr Aufwand verursachen als erwartet.