Weil Technik eben nicht alles ist.

Vom Elfenbeinturm ins Wolkenschloss

In die Wolken wollen alle - was viele nicht bedenken: Für den Erfolg braucht es mehr, als nur die richtige Technik!

Wir gehen jetzt in die Cloud. Ist der Satz den IT-Leiter oder Geschäftsführer in den letzten fünf Jahren sehr häufig gesagt haben. Es kommen täglich neue hinzu.

Die Entscheidung ist nicht verwunderlich. Die extrem kurzen Bereitstellungszeiten und die schier endlosen Tools und Funktionen der Anbieter, kann man nur schwer mit einem eigenen Rechenzentrum erreichen. Ich möchte hier aber nicht diese Entscheidung bewerten oder über das Pro und Contra der Cloud reden. Lasst uns lieber über folgendes reden:
Was glaubt ihr? Wer setzt diese Transformation in die Cloud um? Die IT, nicht wahr? So weit, so offensichtlich.
Jetzt etwas schwieriger: Welche Voraussetzungen muss es geben, dass diese Transformation am Ende gelingt?

Gartner hat eine ähnliche Frage gestellt und nach den Erfolgsfaktoren für die Umsetzung einer Cloud-Native-Anwendung gefragt. Hier eine Übersicht der Antworten:

Wenig überraschend ist der prozentual größte Erfolgsfaktor die Entscheidung zur grundlegenden Plattform und die technologischen Entscheidungen im Laufe des Projekts.
Viel interessanter sind aber die restlichen Antworten auf diese Frage. 78% der Befragten haben Erfolgsfaktoren genannt, die organisatorisch und vollkommen losgelöst von der Technik sind.
Warum ist aber zum Beispiel ein Kulturwandel in der Firma nötig, wenn wir das Rechenzentrum um die Ecke durch AWS ablösen. Naja, die Buchhaltung kann nicht mehr mit gleichbleibenden Kosten aus dem Rechenzentrum rechnen. Die Cloud-Anbieter arbeiten stark nach dem Pay-Per-Use-Prinzip. Werden also in einem Monat mehr Ressourcen benötigt, als im vorangegangenen Monat, steigt die Rechnung. Das ist normal, aber früher wurde eine Hardwareplanung gemacht und die Server bezahlt, die gefordert wurden. Jetzt wird pro Request an die Software bezahlt. Wie viele Requests werden es denn diesen Monat? Und muss ein Extra an 200 Requests auch durch die Finanzabteilung abgesegnet werden, wie vorher der neue Server?

Gehen wir noch auch auf die Wichtigkeit von Tools zur Kollaboration und Kommunikation ein. Wie gerade erwähnt, können wir sehr schnell auf Änderungen im Nutzerverhalten reagieren und sehr schnell neue Features veröffentlichen. Die Intervalle fordern von uns auch Themen wie Schulungen von Mitarbeitern zu überdenken. Früher wurden Vertriebsmitarbeiter in die Firmenzentrale eingeladen. Dort haben sie dann eine Präsenzschulung zu Neuerungen in dem System erhalten. Der zeitliche Aufwand ist hier sehr groß und mit Corona wurden Präsenzveranstaltungen zeitweise unmöglich. Mit Mitteln wie Videokonferenzen, Screensharing und Bildschirmaufzeichnungen können wir effizienter schulen und besitzen Tools, mit denen wir auch Endanwender effektiv unterstützen können.

Der wichtige Punkt zum Mitnehmen ist: Der große Erfolg zur Cloud-Transformation entsteht nicht durch die Entscheidung zur richtigen Datenbank. Sie entstehen nicht im Elfenbeinturm der Technik. Sie sind vielschichtig und umfassen die gesamte Firma, die jetzt in die Cloud geht. Mal mehr, mal weniger. Wenn man diese Gesamtsicht hat, stehen die Chancen gut, dass diese Transformation kein Wolkenschloss wird. Und einige der Anpassungen, die dabei vorgenommen werden, kann man sicher außerhalb der Cloud nutzen.

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