Event Storming

Sorgen Sie für Klarheit

Mit Event Storming in die gleiche Richtung schauen und gemeinsames Verständnis schaffen. Eine Methode, die neben einem Big Picture oft auch neuen Zusammenhalt bringt.

 

Ein aktuelles Bild eines Geschäftsprozesses zu erstellen, ist aufwendig. In der Regel kennt jeder der am Prozess Beteiligten nur sein Zuständigkeitsgebiet. Also müssen Sie die einzelnen Personen befragen und danach die Puzzlesteine zusammensetzen. Das macht viel Arbeit und kostet viel Zeit. Im Ergebnis bleiben oft Lücken und Widersprüche, die einem später das Leben schwer machen.

Ersparen Sie sich diesen Ärger mit der Methode „Event Storming“. Ich verrate, wie die Methode funktioniert, warum ich davon begeistert bin und gebe Tipps für den Einstieg. In dieser Einführung beschränke ich mich auf die erste Phase, das sogenannte „Big Picture“. Damit erhalten Sie schnell ein erstes, verwendbares Ergebnis. Und Sie erhalten einen guten Eindruck von der Methode und ihren Vorteilen. Beim Event Storming erstellt man in der Gruppe ein Bild des Geschäftsprozesses, ausgehend von den Business Events.

Wie lief mein letzter Event-Storming-Workshop ab?

Ich habe die am IT-Projekt beteiligten Personen eingeladen: Anwender, Entwickler und Tester. Da wir uns in einer remote-Situation befanden, hatte ich zwei digitale Kanäle reserviert: Einen Videochat und ein digitales Whiteboard.
Nach einer kurzen Einführung habe ich alle Teilnehmenden gebeten, die Events im Geschäftsprozess auf digitale Zettel zu schreiben und an die Tafel zu hängen.

Die Events werden hierbei immer in der Vergangenheitsform formuliert, z.B. „Bestellung ist eingegangen“. Damit konzentrieren wir uns auf den Erfolgsfall, da das Ereignis eingetroffen ist. Fehler-Events werden auch aufgenommen, z.B. „Bestellung wurde storniert“.

Als keine neuen Karten mehr von den Teilnehmenden angebracht wurden, habe ich sie gebeten, die Events in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen. Dabei haben sie lebhaft diskutiert. Sie haben Karten aufgeteilt, zusammengefasst und konkretisiert. Das Ergebnis war ein Aha-Moment für viele. Sie waren erstaunt, wie schnell ein Ergebnis erarbeitet wurde. Und sie haben zum ersten Mal das Gesamtbild gesehen und verstanden, statt nur „ihren“ Ausschnitt am Prozess zu betrachten.

Was begeistert mich an diesem Workshop-Format?

Die Methode ist bewusst einfach gehalten. Dadurch haben sich alle Anwesenden getraut zu Teilnehmenden zu werden. Alle konnten sich sofort einbringen. Fragen, Korrekturen und Ergänzungen waren sofort möglich. Am Ende des Workshops hatten alle Beteiligten das gleiche Verständnis. Dadurch konnte ich mir aufwendige Abstimmungsrunden ersparen. Das Team musste sich beim Beschriften der Karten auf eine gemeinsame Sprache einigen. So konnten Mehrdeutigkeiten und Missverständnisse schnell geklärt werden. Das Ergebnis, „Big Picture“, beschreibt den Geschäftsprozess auf hoher Ebene, inklusive der „Hot Spots“ / „Pain Points“, die den Handlungsbedarf identifizieren.

Für mich gab es ein weiteres wichtiges Ergebnis:
Ein „Wir“-Gefühl im Team. Da die Teilnehmenden gemeinsam am Ergebnis gearbeitet haben, entstand ein Zusammenhalt. Das ist eine wichtige Stütze in jedem Projekt.

Zum Schluss meine Empfehlungen:

Sorgen Sie für eine gute Unterstützung der Gruppe. Denn Sie erhalten das beste Ergebnis, wenn alle mitarbeiten. Für mich hat sich ein Zweierteam aus Facilitator und Moderator bewährt. Der Facilitator kümmert sich vorrangig um die Methode. Der Moderator hingegen, hat die Gruppe im Blick. Er ermutigt die Menschen, die oft im Hintergrund bleiben. Und er beschleunigt das Vorankommen des Teams. Denn er traut sich die dummen Fragen zu stellen, die den Weg versperren.
Schaffen Sie eine Atmosphäre des Vertrauens, in dem Sie die Veranstaltung mit einem kurzen „Eisbrecher“ beginnen. 


Neugierig geworden? Dann schauen Sie sich auch unbedingt den Film zum Thema an.

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